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| Kayaköy | |||||||||||||||||
Verlassen wurden nach diesem Vertrag in dieser Stadt -nach Funktionen geordnet- folgende Bauwerke: 2 große Kirchen, 14 Kapellen, 2 Schulen, 2 Brunnen, 2 Windmühlen und etwa 1000 Wohnhäuser mit dazugehörigen Zisternen und Toiletten
Die Gebäude in Levissi sind fern von einer Gesamtplanung entsprechend der Neigung des Geländes so angeordnet, daß sie hinsichtlich des Lichts und der Aussicht einander nicht im Wege stehen. Bei den Bauten steht weniger die Sorge um Sonnenschein, als vielmehr die Aussicht, bzw. die Öffnung zum Panorama im Norden im Vordergrund. Im Großen und Ganzen wurde auf eine Planung verzichtet. Zwanglos und ohne etwas zu forcieren, wurden Räume in Übereinstimmung mit den natürlichen Grundlagen und unter Anpassung an die vorhandenen Gegebenheiten geschaffen. Als Baumaterial dienten örtliche Natursteine und eine Art natürlicher, kalkhaltiger Zementmörtel, den man in den Höhlen unterhalb der Südseite der Oberen Kirche im natürlichen Wege gewinnen konnte. Ecksteine mit größeren Volumen und regelmäßigen Kanten, wie sie an manchen Bauwerken zu sehen sind, wurden scheinbar eingestürzten Bauwerken früherer Zeiten entnommen. In der Siedlung Levissi bilden die Wohnhäuser einen Großteil aller Bauwerke. Bei den Häusern, die je nach Beschaffenheit und Lage des Grundstücks ein- bis zweistöckig gebaut sind, wurde das Erdgeschoß in der Regel als Stall oder Speicher benutzt. Die große Mehrheit der Häuser besitzt ein- bis zwei Zimmer. Die Zahl der Häuser mit drei Zimmern ist ziemlich gering. Am Eingang der Häuser befinden sich in der Regel kleine Vorhöfe und Zisternen. Die Zisternendecken wurden gleichzeitig als Räumlichkeit genutzt. Je höher am Berghang gelegen, um so mehr lockert und lichtet sich die Bebauung. Die Räume der Häuser an höheren Lagen werden größer und bequemer. Die Böden und Decken, sowie Fenster und Türen der Häuser sind aus Holz gebaut. Die hölzernen Bauelemente der alten Häuser wurden jedoch nach dem Bevölkerungsaustausch von Ortsansässigen ausgebaut und entweder in eigenen Häusern als Türen und Fenster eingebaut oder aber als Brennholz verfeuert. Nahezu alle Dächer sind eben und bestehen aus gepresster Erde. In den Innenräumen sind noch Spuren und Reste von Kaminen, Nischen und Fenstereinfassungen zu beobachten. Zisternen und Toiletten liegen außerhalb der Häuser. In den Häusern wurden Badezimmer gebaut. Baden konnte man in den als Holzkabinen ge-teilten Waschschränken oder im Innenraum des Hauses in Schüsseln und Wannen. In den Zisternen, die wegen unzureichender Wasserquellen in auffällig großer Zahl vorhanden sind, wurde das Regenwasser von den Dächern gesammelt. Die Spuren und Reste von den Rinnen , über die das Regenwasser in die Zisternen geleitet wurde, sind noch bei vielen Häusern zu sehen. Die Toiletten, oft mit einem ovalen Grundriß, wurden außerhalb des Hauses, mal in einer Ecke des Gartens und ein anderes mal als Anbau am Haus gebaut. Ihre Abwässer sammelten sich in einer eigenen Sickergrube. Die Gartenmauern -sofern Häuser einen Garten besaßen- dienten gleichzeitig als Grundstücksgrenze und wurden relativ niedrig gebaut.
Die nach Wohnhäusern meistgebauten Bauwerke sind die Kapellen. Diese liegen verstreut in Wohngegenden und sind zumeist auf süd-westlichen Hängen positioniert. Sie sind mit ihrem viereckigen Grundriß und Satteldachformen leicht erkennbar. Dem Besucher fallen von allen Bauwerken insbesondere die Kirchen als visuelle Höhepunkte auf. Die Obere Kirche mit dem Originalnamen Taxiarhis, ist in der Nähe des Siedlungs-zentrums auf einem beherrschenden Hügel gebaut. Der Mosaikboden der von hohen Mauern umgebenen Säulenvorhalle (Atrium) besteht aus schwarzen und weißen Kieselsteinen, die in geometrischen Mustern verlegt sind. Der Eingang zum Gartenbereich befindet sich auf der Südseite. Als Baumaterial dienten beim Bau der Kirche Natursteine und Kalkmörtel. Ein Teil der verwendeten Steine sind bearbeitet und weisen regelmäßige Kanten auf. Die Außenfassa-den sind mit einem rötlich-rosafarbenen Putz verputzt. Die Tür und Fenstereinfassungen sind aus Marmor. Unter einem Teil der Binnenvorhalle (Narthex) mit drei Bögen befindet sich eine mittlerweile mit Schutt gefüllte Zisterne. Die Eingangstüren befinden sich auf der südlichen und südwestlichen Seiten und führen in die Binnenvorhalle. Die Bilderwand (Ikonostasis) im Hauptraum (Naos) ist zerstört. Das Dach über der halbrunden Altarnische (Apsis) wird von einer halben Kuppel und über dem Hauptraum von einem Gewölbe getragen. Die Binnenvorhalle besitzt eine Satteldachkonstruktion.
Die Untere Kirche mit dem Originalnamen Panaia Pirgiotissa am westlichen Rand der Siedlung befindet sich in einem besseren Zustand. Dies verdankt sie den Umstand, daß sie bis in die 60'er Jahren als Moschee benutzt wurde. In den Garten der mit hohen Mauern umgebenen Kirche kommt man durch ein Tor auf der Ostseite. Es befinden sich in der Südostecke des Gartens der Glockenturm und nordöstlich ein kleiner Friedhof. Die Säulen-vorhalle (Atrium) besitzt genau wie bei der Oberen Kirche einen Mosaikboden aus Kiesel-steinen. Er befindet sich heute leider nicht mehr im kompletten Zustand. Auf der Südseite der Gartenmauer befindet sich als Anbau eine dreistufige Sitzbank für Besucher bei Feierlich-keiten . In einem Raum in der Südwestecke des Hofes sind in einem Beinhäuschen mensch-liche Gebeine verwahrt, die aus Gräbern zum Zwecke der Wiederverwendung geöffnet wurden, zusammengetragen wurden. An heiligen Tagen wurden für die Seelen dieser Gebeine Gebete rezitert. Die Kirche ist von außen aus bearbeiteten grauen Natursteinen gebaut. Die Einfassungen der Türen und Fenster aus weißem Marmor fügen sich dem Bau harmonisch ein. Diese Farben-harmonie wird zusätzlich unterstützt von den doppelfarbigen Mosaikböden des Vorhofes und des Hauptraums. Auf den Nischen mit Bogen über den Fenstern befinden sich kreuzförmige Reliefs. In der Öffnung des nördlichen Eingangs zum Hauptraum liest sich auf den Mosaiken das Jahr 1888. Aus der Inschrift über dem Eingang geht hervor, daß es sich hierbei um das Jahr der Restauration der Kirche handelt. Das Holztor der Kirche wird im Museum von Fethiye ausgestellt. Zu der oberen Etage der doppelstöckigen Binnenvorhalle führt eine Treppe auf der Südseite. Der Holzboden der zweiten Etage der Binnenvorhalle ist in naher Vergangenheit zerstört worden. |
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