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DAS KLOSTER AFKULA

GEMİLER INSEL
   
 
 




 

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DAS KLOSTER AFKULA

- Hüseyin KÖKTÜRK Archaeologist

 

     Nach der Ortsausfahrt von Kayaköy  in Richtung Gemiler-Bucht passieren wir  ein waldiges Gebiet und kommen zu einer Abzweigung.  Der Hauptweg führt weiter zur Gemiler-Bucht, während der nach Westen weiterführende Waldweg  nach  ca. 1 km endet. Hier sollten Fahrzeuge abgestellt und der weitere Weg zu Fuß gegangen werden. Von diesem Punkt aus erreicht man den farbig markierten Steinen im Wald folgend nach ca.20 Minuten Fußmarsch die Felsblöcke Cevrik-Kayaliklari.

 

Bei den Felsblöcken Cevrik-Kayaliklari, wo die dichte Waldstruktur aufhört und der Blick aufs offene Meer frei wird, ist die Aussicht bezaubernd. Bei jedem Besuch dieser Stelle ergreift mich das Bedürfnis, meinen Standort in der Weite zwischen der Halbinsel Datca im Norden und der Insel Rhodos im Westen  wahrzunehmen und damit auch meinen inneren Lebensstandpunkt zu bestimmen. Jeder Besucher sollte dort  zu einem Momemt der inneren Einkehr finden. Der Mönch, der hier den Bau dieses Kloster plante, muß solche oder ähnliche Gedanken und Wahrnehmungen gehabt haben. Hier stehen Sie nicht wie der Herrscher in der Antike auf der Akropolis, hochgelegen und das Weite beherrschend,  sondern  im Gegenteil  -von allen Seiten umschlossen von  Felsblöcken bietet sich in eine Richtung freie Sicht. Die Außenwelt liegt hier hinter Ihnen.  Sie sind in eine gänzlich andere Atmosphäre eingetaucht.  Meiner Ansicht nach  muß dies hier die Stelle sein, wo die Suche beginnt, gemäß dem Spruch Mewlanas: "Der Durstige findet das Wasser".

    Der Legende nach wurde das Kloster von einem Mönch namens Elefterios erbaut. Er haute das Bauwerk mit einfachen, erbettelten Werkzeugen aus dem Felsen und lebte bis zu seinem Lebensende in Askese.

In dieses aus Fels gehauene Kloster gelangt man durch einfach gemauerte Treppenstufen. Das zweistöckige Gebäude beherbergt im unteren Bereich einen Raum, dessen Grundriß -soweit der gehauene Felsen es erlaubte- ein Viereck darstellt. Am Eingang dieses Raumes gleich links unterhalb der Terrasse des zweiten Stockwerks befindet sich eine Zisterne. Hier wurde das angesammelte Regenwasser  aufgefangen. Zum oberen Stockwerk gelangt man über eine Treppe im Innern des Bauwerks.

Das zweite Stockwerk besteht aus zwei Räumen. Der erste Raum, in den die Treppe hinein-führt, hat die Funktion einer Eingangshalle. Von hier kommt man in den zweiten Raum. Auf der östlichen Seite in Symmetrie mit dem Eingang befindet sich eine Altarnische (Apsis).

In dem quadratähnlichen Vorraum ergeben die ineinander verkeilten Steine an der Decke ein Bogengewölbe mit einem geraden Keil in der Mitte . Die Wände des Hauptraums sind - wohl im Anklang zu dem Meer im Hintergrund - in blau gestrichen..

 Die unterhalb liegende Gebäudegruppe wurde mit Wahrscheinlichkeit von den Nachfolgern des Mönchs nach dessen Tod gebaut und genutzt. Zwei Räume und die Zisterne, ausgerichtet nach dem Alltagsleben, weisen keine großen Unterschiede zu den Häusern in Kayaköy auf.

Unmittelbar auf der Ostseite der Zisterne sind Reste der Altarnische einer kleinen Kapelle noch zu erkennen. Die Fresken und Inschriften in der Altarnische sind bei günstigem Licht-einfall gerade noch erkennbar. Obwohl von diesem Platz aus das Meer nah ist, verhindern die steilen Felsen den Zugang.

Beim Verlassen der Terrasse in südliche Richtung fällt die angebaute Toilette mit einem ovalen Grundriß auf. Wenn man von hier den Pfad ca. 50 m weitergeht, trifft man auf die Zisterne , die unter einen Felsblock gebaut wurde. Ihre Lage in der natürlichen Umgebung ist interessant. Hier sammelt sich das Regenwasser, das durch die daraufliegenden Felsen sickert. Auf diese Weise ist die Funktion der Zisterne bis heute erhalten. In den heiß-feuchten Sommermonaten bilden sich  durch die Luftfeuchtigkeit Tropfen an den kühlen Felsen, die dann den Kalksteinen  entlang in die Zisterne tropfen, ganz im Einklang mit der hier herrschenden Mystik. An der Decke der Zisterne haben sich elephantenfußförmige Tropfsteine gebildet. Die an der Zisterne angebaute Kapelle ist größtenteils zerstört.

Auf dem Rückweg nachdem man das Klosterareal und Meer hinter sich gelassen hat und  wieder den Wald betritt, finden wir auf der rechten Seite wieder Reste einer kleinen Kapelle. Die Außenwände der Kapelle stehen noch, während die Altarnische (Apsis) und Dachdecke zerstört sind. Diese Kapelle wurde zur gleichen Zeit wie die Kapellen von Kaya Köyü gebaut.

 

 
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